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Elva dagar i Berlin - Elf Tage in Berlin

von Håkan Nesser

Elva dagar i Berlin ist 2015 erschienen bei Albert Bonniers Förlag, Stockholm

Elf Tage in Berlin ist 2015 erschienen bei btb Verlagsgruppe Random House GmbH, München

(Lesetipp von Renate Schütt, April 2022)

 

Wer kennt nicht die vielen Kriminalromane von Håkan Nesser. Da fällt dieser Roman völlig aus dem Rahmen. Denn die Geschichte um Arne Murberg aus einem Dorf in der Nähe von Stockholm, Beate Bittner aus einem einem Dorf zwischen Rendsburg und Kiel und Anatolis Litvinas einem pensionierten Professor in Berlin ist kein Krimi, obwohl sich die Geschichte spannend wie ein Krimi liest. Nesser spart auch nicht mit Humor. So gibt es sehr viel Situationskomik.

Die drei Protagonisten werden nacheinander eingeführt, wobei Arne Murberg die Hauptperson ist. Arne hat seit seinem Sprung in einen zu flachen Badesee einen irreparablen Hirnschaden, was sowohl der alleinerziehende Vater als auch der Onkel (Bruder des Vaters) mit viel behütender Liebe und einem unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen auszugleichen versuchen. Am Totenbett des Vaters muss Arne versprechen, dass er seine verschollene Mutter in Berlin sucht.

Dort kreuzen sich Arnes Wege wie zufällig mit Beate Bittner und Anatolis Litvinas, aber doch irgendwie vorherbestimmt.

Håkan Nesser versteht es, diese drei Personen sehr spannend miteinander zu verbinden, die zunächst nichts miteinander gemein zu haben scheinen. Doch alle drei Personen sind speziell. Alle drei sind in ihrem Leben eingeschränkt: Arne in seiner geistigen Aufnahmefähigkeit, Beate körperlich und Anatolis in seiner Sicht auf die reale Welt.

Mehr möchte ich dem interessierten Leser nicht verraten, denn sonst sind die Spannung und der Humor des Romans dahin.

Ich habe das Buch auf Deutsch und auf Schwedisch gelesen.

Bei beiden Versionen empfand ich amüsante Spannung, das wünsche ich allen Lesern.

 

 

 

Wir sollten leben

Am 1. Mai 1945 von Kiel mit Weißen Bussen nach Schweden in die Freiheit

herausgegeben von Bernd Philipsen und Fred Zimmak

erschienen im Novalis Verlag 2020

(Lesetipp von Renate Schütt, September 2021)

 

Die vom schwedischen Grafen Folke Bernadotte initiierte Rettungsaktion konnte 153 jüdische Häftlinge mit weiß gestrichenen und mit dem Rot-Kreuz-Emblem versehenen Bussen über Dänemark nach Schweden retten. Die meisten Geretteten kamen aus dem Ghetto Riga und wurden vor den heranrückenden russischen Truppen von einem Lager in das nächste transportiert bis sie aus dem sogenannten Arbeitserziehungslager in Kiel Hassee bzw. Russee befreit wurden.

„Also sollte ich leben.“ Das schrieb Johanna Rosenthal, aus Potsdam stammend, nach ihrer glücklichen Rettung in Schweden, wo sie wie die anderen befreiten Frauen, Männer und Kinder Lebensmut und Selbstvertrauen wieder fand. Daraus entstand der Titel zum Buch „Wir sollten leben“. 

Eine persönliche Einschätzung von Renate Schütt

Zum Inhalt des Buches:

Anhand von einzelnen Familienschicksalen wird die leidvolle Geschichte der Juden in ganz Deutschland geschildert. Und obwohl das Ende, nämlich die Rettung nach Schweden, für die Hauptperson jedes einzelnen Kapitels klar ist, wurde mir beim Lesen keineswegs langweilig, weil jede Geschichte anders ist. Dabei stehen die Grausamkeiten der SS nicht im Vordergrund, sondern u.a. das Verhalten und das Miteinander der Bevölkerung vor der Machtergreifung durch die Nazis und nach dem Krieg.

Interessant ist auch zu erfahren, dass Norbert Masur, ein nach Schweden immigrierter deutscher Jude mit schwedischem Pass, am 19.04.1945 zu Heinrich Himmler nach Berlin fliegt, um die Aktion mit den Weißen Bussen in Gang zu setzen. Eine abenteuerliche und gefährliche Reise für Masur. 

Allgemeines:

Mir fiel sofort auf, Fußnoten gibt es in diesem Buch reichlich. Aber ein mühsames Blättern ans Ende des Buches wurde mir erspart, weil die vielen sehr hilfreichen Fußnoten direkt unten auf der Seite stehen.

Vor allem die vielen Verweise auf weiterführende Quellen im Internet haben mir geholfen. So konnte ich über die Schilderung der Einzelschicksale hinaus individuell recherchieren. Dabei fand ich die Tondokumente des Auschwitz-Prozesses von 1963 - 1965 besonders eindrucksvoll.

Empfehlung:

Dieses Buch kann ich jedem interessierten Leser empfehlen. Es ist eindrucksvoll nach Zeugenaussagen geschrieben. Das Schicksal der Geretteten bekommt durch die Schilderung der Zeitzeugen ein Gesicht und geht nicht wie so oft in anonymen Zahlen und Statistiken unter.

Für mich persönlich ergeben sich folgende Fragen:

Hat mein Großvater, der 1945 als Lotse auf dem Nordostseekanal tätig war, eventuell das Schiff mit den KZ-Häftlingen durch den Kanal gelotst? Ob nun wissend oder unwissend (die Häftlinge durften während der Kanaldurchfahrt nicht an Deck) spielt dabei keine Rolle.

Hat er damals von diesem Transport gewusst?

Hat er mit seinen Kollegen darüber gesprochen?

Diese Fragen kann mir und uns allen niemand mehr beantworten, weil die Zeitzeugen nicht mehr leben. 

 

 

 

Schlaflos in Kiruna

von TomteParker

(Lesetipp von Susi Wiczkowski, Dezember 2020)

 

Tomte Parker hat im Oktober des letzten Jahres auf einer Veranstaltung unserer Gesellschaft erfolgreich aus seinem Buch "Kalter Schwede!" vorgelesen und damals bereits angekündigt, dass er an einer Fortsetzung arbeitet.

 

Er hat seine Arbeit vollendet. Sein neues Buch mit dem Titel "Schlaflos in Kiruna" ist nicht nur geschrieben, sondern auch bereits gedruckt und ab sofort erhältlich. Er beschreibt darin das unvergleichlich schöne Friluftsliv in der Einsamkeit grandioser schwedischer Landschaften, jede Menge Rentiere und Schneehasen und die wochenlange Helligkeit des Mittsommers.

 

Das Buch kann für 13 Euro entweder beim Verfasser selbst (tomteparker@t-online.de) oder im Buchhandel unter ISBN 9783000661457 erworben werden.

 

 

 

Stockholm